Über Maria

2021
Auf in den Bundestag!

Mein Wahlkreis Bodensee ist so spannend, er liegt mitten in der Euregio Bodensee und ist Europa in klein. Neben ländlich strukturierten Gegenden ziehen die städtisch geprägten Zentren die Menschen an. Die Herausforderungen sind riesengroß. Die ökologische Transformation muss uns am Bodensee gelingen. Der Wahlkreis ist wie eine Blaupause. Es lohnt sich, für eine bessere Politik für die Region zu kämpfen. Wir sind aber nicht nur am Bodensee, sondern auch mit der Fachpolitik noch längst nicht fertig. Wir brauchen eine andere Agrar- und Ernährungspolitik JETZT, wenn wir auf den 1,5 Grad Pfad kommen möchten. Ich werde mein Wissen und meine Erfahrung einbringen. Bereit, weil Ihr es seid!

2020
Letzte Demo vor der Pandemie

„Wir haben es satt!“ Gegen Glyphosat auf Feldern und im Essen! Ich gehörte zu den Parlamentarier*innen, die ihren Urin auf Glyphosat untersuchen ließen und in deren Probe das Pflanzengift nachgewiesen wurde. Glyphosat gefährdet die Gesundheit von Menschen, Tieren und Böden. Das Problem bleibt. Coronabedingt musste die Demo 2021 leider ausfallen, aber nicht ganz. Ich war eine der 10.000 Unterstützer*innen, die in diesem Jahr eine andere Protestform wählten und schickte meinen Fußabdruck nach Berlin, wo er mit allen den anderen vor dem Kanzleramt hing.

2019
Für eine neue GAP

Von 2014 bis 2019 habe ich als Mitglied des Europa Parlaments für eine bessere Agrarpolitik gearbeitet und gerungen. Wir dürfen nicht mehr länger vor allem die Großen fördern. Ich möchte, dass die Euros aus Brüssel einer umwelt- und klimaverträglichen Landwirtschaft zugute kommen, und Bäuer*innen faire Löhne für ihre gesellschaftlich wichtige Arbeit erhalten. Der Bundestag entscheidet in der neuen Legislatur, wie wir die gemeinsame Agrarpolitik umsetzen.

2018
Von der Straße ins Parlament

Seit es die „Wir haben es satt!“ Demo gibt, bin ich dabei. Zuerst als Bäuer*in und Kundgebungsrednerin demonstrierte ich mit Umwelt-, Natur-, Tier- und Klimaschützer*innen und Bäuer*innen für die Agrarwende. Wir haben den Protest von der Straße in die Parlamente getragen. Heute stehen wir Grüne Schulter an Schulter mit den Demonstrant*innen. Foto: Sönke Guttenberg

2017
Der Preis von Soja

Glückliche Augenblicke mit unserem Jungvieh auf der Weide. Heu und Gras von Allgäuer Wiesen sind das beste Futter. Wenn wir Kraftfutter zukaufen, kommt es sicher nicht aus Übersee. Mit Importiertem Soja füttern wir unsere Kühe schon aus Prinzip nicht. Der Klima-Preis wäre viel zu hoch. Wir dürfen nicht immer mehr Regenwald für Sojafelder roden und die größte Klimaanlage der Welt zerstören. Wenn wir so weitermachen, ist der Kipppunkt am Amazonas bald erreicht.

2016
Verantwortung für Afrika

Ernährung ist eines meiner Herzensthemen. Die Hilfsorganisation CARE kümmerte sich damals in Malawi um die Ernährung von Babys und ihren Müttern. Sie füllten die Teller der Kinder so, dass auch die Mütter satt geworden sind. Wir haben viel gesehen. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) unterstützte ein Bewässerungsprojekt. Meine Mission als Mitglied des Europa Parlaments war es, politische Gespräche zu führen und auszuloten, wie wir helfen können.

2015
Gegen TTIP

Zurück in Deutschland ging es wie in Kirchheim unter Teck wieder um den Protest gegen das Transatlantische Freihandelsabkommen TTIP. Bei uns in der EU gilt das Vorsorgeprinzip. In den USA ist das anders. TTIP birgt viele Risiken. Ich möchte auf keinen Fall nicht gekennzeichnete gentechnisch veränderten Lebensmittel in Supermarktregalen in Friedrichshafen und ehrlich gesagt auch keine Chlorhähnchen.

2015
Hirten in Gefahr

Auf Einladung der Coalition of European Lobbies for Eastern African Pastoralism (CELEP) durfte ich Hirtenvölker in Uganda besuchen. Die Wandervölker ziehen mit ihren Tieren über Staatsgrenzen hinweg dem Wasser hinterher. Das ist ihre traditionelle Lebensform. Wo ausländische Firmen Rohstoffe, es waren Gold und Marmor, förderten, ging Weideland verloren. Auch der Klimawandel bedroht die Hirten und verknappt das fruchtbare Land schon jetzt.

2014-2019
Maria in Brüssel

In Brüssel war die Termindichte immer hoch. Ich arbeitete im Entwicklungsausschuss (DEVE) und im Agrarausschuss (AGRI). Die Stadt ist bunt – und das Parlament wie eine eigene Stadt in der Stadt. Ich hatte eine kleine Wohnung im Europaviertel und liebte es, wenn die Wirte, sobald es milder wurde, ihre Stühle vor die Kneipen stellten. Weil es sehr oft regnet in Brüssel, sind das besondere Tage. Ich erinnere mich, dass ich mir zuerst eine Regenjacke gekauft habe. Am meisten vermisse ich das Maison Renardy, wo es immer die beste heiße Schokolade und köstliche Pralinen gab.

2011
Mitglied bei den Grünen

Als Bäuer*in habe ich mich politisiert, weil es nötig war. Ich habe Lobbyarbeit für die NGO gemacht und bald festgestellt, dass es die größten Übereinstimmungen mit den Grünen gab. Mit Renate Künast als Landwirtschaftsministerin brach in Berlin eine neue Zeit an. Gehört wurde nicht mehr nur der Bauernverband. Das Foto mit Agnieszka Brugger und Claudia Roth entstand beim Wahlkampfauftakt zur Bundestagswahl 2017 in der Ravensburger Zehntscheuer.

2005
Für mehr Diversität

Leider habe ich ihren Namen vergessen, an ihre Geschichte erinnere ich mich aber gut. Bei einem Landfrauenkongress im Mai 2005 in Stuttgart erzählte eine Bäuerin aus Südamerika, dass sie erstaunt sei, wie wenige Kartoffelsorten es bei uns in Deutschland gibt. So viele Gerichte und nur so wenige Kartoffelsorten. Wenn wir von Artenvielfalt sprechen, betrifft das längst auch Nutzpflanzen- und Nutztierarten.

1998-2014
Bundesvorsitzende der AbL

Weil der Bauernverband die Interessen kleiner und mittlerer bäuerlicher Betriebe nicht vertreten hat, haben Bäuer*innen die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) gegründet. In der AbL habe ich mich für eine bessere Agrarpolitik engagiert. Es ging um Milchquoten, den Markt, auch Tierschutz und artgerechte Haltung. In den Fokus rückten immer stärker die Frauen in der Landwirtschaft, die eine Lobby brauchten.

1980
Maria wird Bäuerin

1980 haben mein Mann und ich den elterlichen Hof meines Mannes im Allgäu übernommen. Mit 30 Hektar war es ein großer Hof damals. Später war er im Landkreis Ravensburg noch Durchschnitt. Heute zählt er zu den kleinen, weil seither immer mehr Bäuer*innen aufgegeben haben. Größere Betriebe bewirtschaften jetzt das Land, die Feldraine verschwanden. Mit den Höfen starb auch Biodiversität.

1960er & 1970er
Kindheit in Neuravensburg

Groß geworden bin ich mit fünf Brüdern und drei Schwestern in Neuravensburg. Wir wohnten in einem Haus mit Garten. Dort gab’s Gemüse und Beeren. Mein Vater, eigentlich Kaufmann von Beruf, fuhr LKW. Für uns Kinder war es das Größte, wenn er uns auf seine Bodensee-Tour mitgenommen hat.