Spaziergang durch den Fallenbrunnen: Konversion oder Geschichte einer intelligenten Transformation

Das Quartier #Fallenbrunnen ist ein super Beispiel für gelungene #Konversion in Friedrichshafen. Regine Ankermann, Mitglied der Gemeinderatsfraktion von Bündnis 90/ Die Grünen, hat uns auf einen Spaziergang durchs Areal mitgenommen, uns die Geschichte des Fallenbrunnes erzählt und auch davon, wie die Stadt am Standort ein Quartier für die Zukunft entwickeln möchte. Falls ihr nicht dabei sein konntet, hier kurz und knapp die Erfolgsgeschichte des Kasernengeländes und Perspektiven für den Fallenbrunnen oder 💪 wie aus einer Kaserne ein Campus, ein Ort der Kultur und Innovation geworden ist.

Wo heute Studierende lernen und leben und demnächst ein neues Mischgebiet mit viel Raum für Grün, Wohnen und Gewerbe entstehen soll, befanden sich früher Unterkünfte für Soldaten. Friedrichshafen macht im Fallenbrunnen vor wie aus einem rein militärisch genutzten Areal ein Sammelbecken für Wissen, Arbeiten, Wohnen, Kultur und Natur werden kann.

Am Anfang waren die Soldaten. Die Friedrichshafener Kaserne wurde zwischen 1937 und 1943 als Flakkaserne Fallenbrunnen auf einer riesengroßen Fläche von fast 40 Hektar nördlich der Innenstadt aufgebaut. Die Häfler Kaserne sollte den Luftraum über der Stadt gegen Angriffe alliierter Militärflugzeuge sichern. #Friedrichshafen war während des zweiten Weltkriegs wichtiger Standort der #Rüstungsindustrie. Auch Zwangsarbeiter, darunter 1200 Häftlinge, die in einer Außenstelle des Konzentrationslagers Dachau untergebracht waren, mussten während der Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in der Stadt arbeiten. 1945 befreiten die französischen Streitkräfte Friedrichshafen, die mittlerweile nach Bombenabwürfen zerstörte Stadt. Die Kaserne hieß von da an nach dem französischen General „Caserne Durand de Villers“. Erst danach begann eine neue, spannende Geschichte, die sich nur noch um die zivile Nutzung des Areals dreht, und noch nicht zu Ende geschrieben ist.

Start-ups, Dienstleister und Kulturinitiativen zogen aufs Gelände. Auch Gewerbebetriebe mieteten sich als Zwischennutzer – was von vornherein feststand – befristet im Fallenbrunnen ein. Die #BerufsakademieRavensburg und die #ZeppelinUniversität siedelten sich an. Die Kaserne wurde immer mehr zu einem echten Wissens- und Technologiestandort. Der Fallenbrunnen ist heute auch Sitz des #RITZ, des Regionalen Innovations- und Technologietransfer Zentrums.

Der Bereich Nordost, dessen Entwicklung auf der Agenda der Stadt steht, besteht aus einem Sammelsurium leerstehender Gebäude und Gewerbehallen und großer Schotterflächen. Das Gelände ist von Wald und Grünflächen umgeben. Die Stadt hat einen städtebaulichen und freiraumplanerischen Ideenwettbewerb ausgelobt. Die Planer machten Vorschläge wie die Wohn- und Gewerbenutzung aussehen ein Mobilitätskonzept für den Fallenbrunnen entwickelt werden kann.

Friedrichshafen hat es im Fallenbrunnen, der ohne die vielen Initiativen so nicht hätte entstehen können, ein ganz anderes Gesicht bekommen hätte und niemals zu dem Melting Pot geworden wäre, der das Areal heute ist, richtig gut gemacht. Friedrichshafen zeigt auf dem Gelände wie es gelingen kann, unbequeme Baudenkmale aus der Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft intelligent zu transformieren. Die Stadt darf darauf stolz sein, finde ich.💚 (Lieben Dank an Barbara Wagner für ihre Fotos vom Rundgang.)

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