Meine Woche mit Schwerpunkt Soziales: Vereinsamung, Verunsicherung, Verlustängste

Corona und Klimawandel sind laut Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen die beiden wichtigsten Themen, die die Menschen in Deutschland derzeit beschäftigen. In vielen persönlichen Gesprächen im Wahlkreis geht es aber auch um soziale Gerechtigkeit. Bürgerinnen und Bürger sind in Sorge wie es für sie ganz persönlich weitergeht. Das Thema bezahlbare Wohnungen treibt viele Menschen um. Auch der Umbau der Wirtschaft und damit verbunden sie Sorge um den Arbeitsplatz oder auch ob Mobilität bezahlbar bleibt, beschäftigt viele. Im Fokus standen für mich in den ersten Septembertagen vor allem soziale Themen. Auch bei meinem Besuch bei der Diakonie Oberschwaben Allgäu Bodensee, zu dem mich Pfarrer Ralf Brennecke eingeladen hatte und der virtuell stattfand, und bei einem Spaziergang über den Campus der Stiftung Liebenau und einem anschließenden Austausch ging es um Soziales und gesellschaftliche Herausforderungen.

Beim digitalen Gespräch mit der Diakonie durfte ich mich zu Beginn über die Arbeit der Diakonie ganz allgemein informieren. Ich habe viele interessante Einblicke erhalten. Themen waren zum Beispiel ein Frauenbestärkungsprogramm, das leider immer wieder durch Sprachbarrieren ausgebremst wird. Es ging auch um die Folgen der Pandemie. Mit den Mitarbeiter*innen bin ich einer Meinung, dass alles getan werden muss, um Familien besser zu schützen. Corona hat bei vielen tiefe Spuren hinterlassen. Die Verwerfungen sind dramatisch. Ganz oben stehen vermehrte häusliche Gewalt gegen Frauen und Kinder, Vereinsamung, Depressionen und Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern. Das System in Beratung und Psychiatrie ist völlig überlastet. Ein weiteres Thema bei unserem Treffen war die Suchthilfe. Hier fallen notwendige Leistungen zur Wiedereingliederung aus dem SGB 9 § 90 heraus, was nicht folgenlos bleibt. Projekte werden immer nur auf ein Jahr angelegt und es gibt häufig unklare Zuständigkeiten zwischen Bund, Land und Kommune. Die Diakonie leidet darunter, dass – so die Botschaft, die ich mitgenommen haben – nur begrenzt und monetär gedacht wird. Daran krankt es ganz eindeutig. Die Politik darf nicht untätig bleiben. (Den Screenshot haben wir beim Gespräch mit der Diakonie aufgenommen, Bilder in der Galerie unten: Stiftung Liebenau.)

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