„Landretter“ – Ein wunderbarer Film über das weite Land in Gefahr

In diesem Sommer reise ich nicht nur durch meinen Wahlkreis, sondern an einigen Tagen auch einem großartigen Kinofilm hinterher – von Vorführungen in Oberschwaben über das Allgäuer Alpenvorland, das Breisgau und den Schwarzwald zurück an den Bodensee. Sehr gern bin ich bei den Filmgesprächen dabei – so wie zuletzt in Marktoberdorf in der Filmburg – dem Theaterkino mit der wunderbaren Kinobetreiberin und Gesprächspartnerin Monika Schubert. Voraussichtlich Ende Juli läuft der Film auch im Kulturhaus Caserne in Friedrichshafen. Ich möchte euch schon heute einladen, dazu zu kommen.

Zuallererst möchte euch gern ein bisschen mehr von dem Film „Landretter“ und über seine Entstehungsgeschichte erzählen, in dem drei Orte sozusagen die Hauptrolle spielen: Die sächsischen Kleinstadt Seifhennersdorf, das niederösterreichische Dorf Großmugl und unser landwirtschaftlich geprägtes Allgäu, das an meinen wunderschönen Wahlkreis Bodensee grenzt. Das sächsische Dorf kämpfte zum Zeitpunkt des Filmdrehs um den Erhalt seiner Schule, Großmugl wollte seinen noch nicht lichtverschmutzten Nachthimmel retten und ich kämpfte gerade im EU Parlament für den Erhalt landwirtschaftlicher Strukturen und Höfe. Als Bäuerin und EU Abgeordnete habe ich von 2014 bis 2019 in Brüssel und Straßburg politische Schlachten gegen die zunehmende Landkonzentration, das Landgrabbing in der EU geschlagen. Die Kämpfe sind noch nicht beendet: Immer mehr Höfe sind in der Vergangenheit auch in unserer Region verschwunden. Die Veränderungen sind dramatisch, seit Land immer mehr zum Investitions- und Spekulationsobjekt geworden ist und die verfehlte Gemeinsame Agrarpolitik GAP bäuerlichen Betrieben das Überleben immer schwerer macht und nicht Existenzen auf dem Land gefährdet.

Als Regisseurin Gesa Hollerbach zu mir kam und fragte, ob sie mich auf unserem Hof und in Brüssel begleiten dürfte, sagte ich ja. Mir war schnell klar, dass der Film „Landretter“ ein wichtiger Film werden würde.

Die Regisseurin, die selbst aus Köln kommt, erzählt in der Doku Geschichten wie sie überall in unseren ländlichen Räumen passieren. Die Kamera fährt durch leere Straßen in Sachsen und endlos weite leergeräumte Landschaften im Osten. Sie begleitete mich auf unseren Milchviehfamlienbertieb und in den Plenarsaal des EU Parlaments. Ihr werdet im Film keine Romantisierung des Landlebens sehen und ihr werdet euch auch in keiner ländlichen Idylle wiederfinden. Darum geht es auch nicht. Ihr begegnet Menschen, die irgendwann vor der Entscheidung stehen – bleiben oder gehen?

Zu sehen war der Film, der gerade erst in den Kinos anläuft, in diesem Sommer schon im Kulturzentrum Linse in Weingarten und in der Filmburg Marktoberdorf. Am 3. Juli läuft er im Joki in Bad Krozingen und am 4. Juli im Krone-Theater in Titisee-Neustadt. Voraussichtlich am 29. Juli kommt er in der Caserne in Friedrichshafen. Bei allen Filmgesprächen bin ich dabei. Wenn ihr noch mehr über den Film erfahren möchtet, findet ihr viele Ausschnitte und kleine Dokus im Web. Hier noch Links zu einem Audio des SWR und einem Video des MDR.

Mit Kinobetreiberin  Monika Schubert in der Filmburg Marktoberdorf.
Mit Kinobetreiberin Monika Schubert in der Filmburg Marktoberdorf.
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