Gemeinwohl Ökonomie (GWÖ)

Unser Wirtschaftssystem hat in der Regel eine Maxime: so viel Gewinn wie möglich erwirtschaften! Und genau daran wird auch der Erfolg eines Unternehmens gemessen und das wirtschaftliche Handeln danach ausgerichtet. Viele Faktoren wie Umweltverschmutzung, Klimawandel oder Ressourcenverbrauch spielen kaum eine Rolle. Für ordentliche Arbeitsbedingungen gibt es Gesetzesvorgaben, hier bei uns. Aber bei Zukauf von Rohmaterial oder Komponenten aus aller Welt ist das schon längst nicht mehr gegeben.

Die Idee der Gemeinwohl-Ökonomie will hier andere Maßstäbe setzen. Sie basiert auf den Menschenrechten, auf Grundwerten wie wir sie in demokratischen Verfassung finden, sie beinhaltet den Schutz der Erde und ein Wirtschaften innerhalb planetarer Grenzen. Wie der Name schon sagt, orientiert sie sich am Gemeinwohl, an Menschenwürde, Solidarität und sozialer Gerechtigkeit. Kooperation und demokratische Mitbestimmung sind die Voraussetzung dafür.

„Die Gemeinwohl-Ökonomie etabliert ein ethisches Wirtschaftsmodell. 
Das Wohl von Mensch und Umwelt wird zum obersten Ziel des Wirtschaftens.“

Christian Felber,  Mitinitiator der Gemeinwohl-Ökonomie-Bewegung

Ähnlich wie bei der Agrarökologie wird in der GWÖ versucht, Ökonomie, Ökologie und soziale Gerechtigkeit in Einklang zu bringen. 

Gemessen werden kann die Gemeinwohlorientierung mit der sogenannten Gemeinwohl-Bilanz. 20 Kriterien werden mit Punkten bewertet und so kann ein Unternehmen, eine Kommune oder ein Verein, auch ich als Privatperson genau sehen, was im Sinne der Gemeinschaft gut läuft und wo noch Verbesserungsbedarf besteht.
Die Gemeinwohl-Bilanz ist somit eine gute Grundlage für Veränderungen, sie holt die Betriebe und interessierten Menschen dort ab, wo sie jetzt stehen und gibt Hilfestelle für notwendige Veränderungen.

Die GWÖ zeigt einen Weg auf, mit den großen Problemen wie Klimawandel, Umweltverschmutzung oder Ressourcenverbrauch besser umzugehen. Sie hat aber auch im Blick, dass  eine Gesellschaft nur dann tragfähig und krisenfest sein kann, wenn sie bereit ist, auch die Schwächsten mit einzubinden, wenn sie in der Lage ist, allen ein Leben in Würde zu ermöglichen


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