Bodensee braucht besseren Anschluss an Fernverkehr

Alle reden übers Wetter! Wir am Montag auch. Zum ersten Mal mussten wir ein Klappstuhlgespräch kurzfristig von einer Terrasse ins Haus verlegen. Nach drei intensiven Stunden habe ich für mich mitgenommen: Wir müssen im Wahlkreis alles daran setzen, dass wir mehr Fernverkehrsverbindungen an den Bodensee bekommen. Bisher fehlt es an beidem, an Fernzügen und an der Bahninfrastruktur. Der Ausbau kommt nicht, weil zu wenig Züge fahren und weil ausgebaute Strecken fehlen, fahren so wenig Fernverkehrszüge. Das ist doch bescheuert. Die Bahn am Bodensee muss dringend in den Fokus, auch wenn die Bahnzentrale in Berlin und der Bahnhof Friedrichshafen-Stadt 719 Reisekilometer von einander entfernt sind.

Beim bahnpolitischen Gespräch „Politik und Pizza“ mit Matthias Gastel ging es hauptsächlich um die drei großen Themen: Bodenseegürtelbahn, Fernverkehr und Güterverkehr. Während es auf der Bodenseegürtelbahn mit dem Ausbau voran geht, ist der Anschluss an den Fernverkehr und den Deutschlandtakt unsicher, auch wenn die Elektrifizierung der Südbahn deutliche Verbesserungen bringt. Ohne Fernverkehr schaffen wir die Mobilitätswende nicht. Attraktive Fernverkehrsverbindungen machen Regionalflughäfen und Autobahnen weniger attraktiv. Ich möchte, dass die Reisenden eine Wahl haben und die Bahn das attraktivere Angebot macht.

Gerade für uns in der Bodenseeregion wird es zudem immer wichtiger, dass wir im Ost-West-Verkehr Güter von der Straße auf die Schiene bringen. Nur so können wir unsere sensible Region deutlich vom Schwerlastverkehr entlasten.

Matthias Gastel ist Mitglied im Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur im Deutschen Bundestag und Sprecher für Bahnpolitik der Grünen Bundestagsfraktion. Mehr über seine Arbeit in Berlin, die Ziele grüner Bahnpolitik und die grüne Strategie für eine starke Bahn findet ihr auf der Website der Bundestagsfraktion der Grünen.

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