Albtour mit Beate Müller-Gemmeke: Noch weit weg von gleichen Lebensbedingungen in Stadt und Land

Die Albtouren mit Beate Müller-Gemmeke haben Tradition. Sehr gern bin ich auch in diesem Jahr wieder eine Etappe mitgeradelt – als Bundestagskandidatin für den Wahlkreis Bodensee und natürlich als Agrarpolitikerin. Ich mag das Format sehr, weil wir auf den Touren mit vielen Menschen direkt ins Gespräch kommen und intensiv zuhören können, was unsere Gesprächspartner*innen bewegt. Unser erstes Ziel am Samstagmittag war der Altschulzenhof in Münzdorf, wo wir uns mit sechs Landfrauen austauschen durften. Zurück in Münsingen besuchten wir später den Biohof Pfleiderer auf der Fauserhöhe und trafen wir uns am Abend noch mit einem Jungbauern der Schwäbischen Alb.

Die Landfrauen hatten im Heuschober für uns Biertische und Bänke aufgestellt und boten uns leckere Molke und Käse – natürlich von ihrem Altschulzenhof an. Die Landfrauen hatten klare Botschaften und formulierten auch Erwartungen. Noch immer sind wir weit entfernt von gleichen Lebensbedingungen in Stadt und Land. Wohnungen fehlen längst auch im ländlichen Raum, die Verdienstmöglichkeiten bei Handwerkbetrieben auf der Alb sind deutlich weniger gut als bei Großunternehmen in den Ballungszentren, es fehlt an Infrastruktur, Schulen schließen, das Gesundheitswesen kränkelt und Hofbesitzer*innen werden das Handtuch. Der ländliche Raum fühlt sich ein Stück weit abgehängt und benachteiligt. Das sagten die Landfrauen sehr deutlich. Klar ist, die nächste Bundesregierung muss dem ländlichen Raum helfen, weil er sonst ausblutet. Wir müssen den Wegzug stoppen und brauchen auch jeden einzelnen Hof, weil es unsere bäuerlichen Betriebe sind, die hochwertige regionale Lebensmittel produzieren, die Kulturlandschaft und die Biodiversität erhalten.

Als Landwirtschaftspolitikerin freue ich mich bei den Radtouren immer besonders auf die Begegnung mit Bäuer*innen, die uns ihre Geschichten erzählen. Zum Abschluss des bäuerlichen Tages auf der Alb stieß am Abend, was mich sehr freute, noch Constantin Rommel, Jungbauer aus Böttingen zu uns. Unser Gespräch drehte sich um die Frage, wie wir die Landwirtschaft zukunftsfähig machen können und zwar sowohl mit Blick auf die Natur als auch auf die Wirtschaftlichkeit für den Landwirt. Und dabei spielt die Regionalität eine große Rolle. Wie es für ihn funktionieren kann, erklärte uns Rommel. Er kauft Kälber, die ansonsten zum Mästen nach Spanien transportiert worden wären, um sie auf seinem eigenen Hof mit eigenen Mitteln zu mästen. Anschließend vermarktet er das Fleisch über einen regionalen Metzger mit Gastronomie. Und es funktioniert. Ich freue mich über jede Bäuer*in, die ein für sich passendes Geschäftsmodell findet, und erst Recht wenn dabei auch noch Tier-und Klimaschutz gelebt werden.

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